¶ Augen
Wenn man viel mit der S-Bahn fahren muss, durchlebt man immer wieder sonderbare Erlebnisse. So auch an diesem Abend, auf der Nach-Hause-Fahrt mit der S-Bahn.
Dass man stehen muss in der S-Bahn, dicht zusammengepfercht, gehört zur Tagesordnung.
So stand ich dicht an die Wandgedrückt beim Einstieg in die S-Bahn. Immer mehr Menschen quetschten sich herein, dann noch ein Mann mit Kinderwagen, den er direkt zu meinen Füssen parkierte. Ich musterte die Menschen, dann schaute ich hinab, zum Kinderwagen. Ein Bub, mit grossen schwarzen Augen, in der Hand ein Stück Brotkruste, völlig aufgeweicht. Der Bub sah mich an, seine Augen hellten sich auf und mit einem herrlichen, sabernden Lächeln streckte er mir die Brotkruste entgegen.
Ich schmunzelte ihn an und sein Lachen wurde noch breiter. Der Vater des Kindes hatte dies bemerkt, wollte etwas zu mir sagen, als es hinter mir rumpelte. Ich schaute in das Abteil und sah einen jüngeren Mann am Boden liegen. Seine Beine eng an den Körper gepresst. Wilde Zuckungen. Ein Anfall, aber welcher Art? Schon waren zwei Männer beim ihm, redeten ihn an. Eine Frau brachte eine Flasche mit Wasser. Dann wachte er auf, völlig verdattert. Wusste von nichts. Sass am Boden und wunderte sich. Er sah zu mir herüber. Dunkle Augen, wie der Bub im Kinderwagen, zwar nicht lächelnd, sondern fragend.
Kurz darauf musste ich aussteigen, doch diese beiden Blicke werde ich wohl nie vergessen. Das herrliche, ansteckende Lächeln des Buben mit den schwarzen Klunkern und der junge Mann mit dem fragenden Blick: ‚Was ist passiert? Wo bin ich? Was mach ich hier? Wieso?‘
Dass man stehen muss in der S-Bahn, dicht zusammengepfercht, gehört zur Tagesordnung.
So stand ich dicht an die Wandgedrückt beim Einstieg in die S-Bahn. Immer mehr Menschen quetschten sich herein, dann noch ein Mann mit Kinderwagen, den er direkt zu meinen Füssen parkierte. Ich musterte die Menschen, dann schaute ich hinab, zum Kinderwagen. Ein Bub, mit grossen schwarzen Augen, in der Hand ein Stück Brotkruste, völlig aufgeweicht. Der Bub sah mich an, seine Augen hellten sich auf und mit einem herrlichen, sabernden Lächeln streckte er mir die Brotkruste entgegen.
Ich schmunzelte ihn an und sein Lachen wurde noch breiter. Der Vater des Kindes hatte dies bemerkt, wollte etwas zu mir sagen, als es hinter mir rumpelte. Ich schaute in das Abteil und sah einen jüngeren Mann am Boden liegen. Seine Beine eng an den Körper gepresst. Wilde Zuckungen. Ein Anfall, aber welcher Art? Schon waren zwei Männer beim ihm, redeten ihn an. Eine Frau brachte eine Flasche mit Wasser. Dann wachte er auf, völlig verdattert. Wusste von nichts. Sass am Boden und wunderte sich. Er sah zu mir herüber. Dunkle Augen, wie der Bub im Kinderwagen, zwar nicht lächelnd, sondern fragend.
Kurz darauf musste ich aussteigen, doch diese beiden Blicke werde ich wohl nie vergessen. Das herrliche, ansteckende Lächeln des Buben mit den schwarzen Klunkern und der junge Mann mit dem fragenden Blick: ‚Was ist passiert? Wo bin ich? Was mach ich hier? Wieso?‘
baerenart am 20. Februar 2015 | 0 Kommentare
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„Besser ist‘s, ihr fallt in Gottes Hand als in die der Menschen“.
Quelle: Wilhelm Tell 1804 (J.C.F. von Schiller 1759-1805)
Quelle: Wilhelm Tell 1804 (J.C.F. von Schiller 1759-1805)
baerenart am 19. Februar 2015 | 0 Kommentare
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"Accidit in puncto, quod non speratur in anno."
In einem Augenblick kann geschehen, was man sich in einem Jahr nicht erhofft hätte.
(Kaisers Ferdinand I. 1793-1875)
In einem Augenblick kann geschehen, was man sich in einem Jahr nicht erhofft hätte.
(Kaisers Ferdinand I. 1793-1875)
baerenart am 22. Januar 2015 | 0 Kommentare
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